Erfolgsgeschichte von Suad Abu Qadduos
Ich komme aus Jordanien, bin 52 Jahre alt und lebe seit 2019 mit meinem Mann in Hamburg. Unsere vier Kinder und acht Enkelkinder sind noch in der Heimat. Dort und in Palästina habe ich als Masseurin mit Schwerpunkt Schröpftherapie gearbeitet. Viele meiner Zertifikate habe ich auf dem Weg nach Deutschland verloren, doch das Hamburg Welcome Center half mir, hier Fuß zu fassen. Heute arbeite ich im öffentlichen Dienst bei der Stadt Hamburg. Meine Kinder sind stolz auf mich. Sie nennen mich immer "Heldin", wenn wir telefonieren.
Mein Start in Hamburg
Mein Start in Hamburg war nicht einfach. Mein Mann und ich lebten in einem winzigen Zimmer in einer Flüchtlingsunterkunft. Es war hart für uns: der enge Raum, die Anspannung unter den anderen Bewohnern, die ständige Unruhe und dazu das Heimweh und die Sehnsucht nach unseren Kindern und Enkelkindern. Unser ältestes Enkelkind ist acht Jahre alt, das jüngste erst zwei Monate. Von Anfang an wollte ich Deutsch lernen und eine Arbeit finden. Ich konnte nur Arabisch und Englisch, als ich nach Deutschland kam, und habe angefangen, allein Deutsch zu lernen. Denn ich wollte nie eine Last sein – nicht für die Stadt Hamburg, nicht für Deutschland und auch für niemanden sonst.
Mein persönlicher Tipp für alle, die neu anfangen
Alle, die nach Deutschland kommen, müssen aktiv etwas machen. Sie müssen Eigeninitiative haben und Interesse zeigen. Es gibt viele Möglichkeiten Deutsch zu lernen oder an einen Job zu kommen. Man muss das aber wollen und nicht für selbstverständlich nehmen, wenn einem geholfen wird. Die Chancen, die einem angeboten werden, sollte man ergreifen und ernst nehmen. Und vor allem muss man ehrlich sein. Das ist sehr wichtig.
Ich bin stolz auf mich, weil ich die Herausforderungen geschafft habe. Ich bin zielstrebig und habe nie an mir gezweifelt. Auch diese Einstellung sollten die, die neu hier sind, haben. Sie müssen an sich glauben und bereit sein, hart zu arbeiten.
Es ist auch wichtig, dass man hier noch Freude am Leben findet. So treffe ich mich zum Beispiel, immer wenn es geht, mit einer Freundin aus dem Irak und mit einer anderen Freundin aus Bosnien. Ich koche auch gerne arabisches Essen und kümmere mich um meine Pflanzen.
Mein Weg in den Job: Wie mir das HWC den Einstieg erleichtert hat
Ich versuche nicht zu weinen, aber wenn ich an das Hamburg Welcome Center denke, muss ich mit den Tränen kämpfen. Dort habe ich Menschen getroffen, die mich menschlich und freundlich behandelt haben. Es war ein langer Weg, der sich aber gelohnt hat.
Mein erster Kontakt mit dem HWC war im Oktober 2023. Ich bin Duldungsinhaberin und war damals von allem überfordert. Nur das HWC hat mir geholfen. So konnte ich dank meiner Sachbearbeiterin der Agentur für Arbeit Hamburg, die immer sehr hilfsbereit war, zwei Deutschkurse besuchen, einmal den Integrationskurs mit dem Sprachlevel B1, den ich erfolgreich abgeschlossen habe, und anschließend einen Berufssprachkurs. Sie hat mir auch gesagt, dass ich mich mit meinen Fragen zur Krankenversicherung an das Team Newcomers Service wenden könnte.
Im Jahr 2024 hat die Sachbearbeiterin der Agentur für Arbeit mich zur Beratung beim Labour Market Service geschickt. Ich hatte Stress: Die Ausländerbehörde hatte mir geraten, so schnell wie möglich eine Ausbildung oder Arbeit aufzunehmen. Mein Wunsch war, im Pflegebereich zu arbeiten. In Jordanien hatte ich mich schon immer gerne um meine Schwiegermutter gekümmert. Daher wollte ich eine Ausbildung im Bereich Gesundheits- und Pflegeassistenz (GPA) machen.
Die Beraterin im LMS war geduldig und nett zu mir. Sie hat meine Bewerbungsunterlagen korrekturgelesen und eine Bewerbungsmappe mit mir zusammengestellt. Ich bin ihr sehr dankbar.
Der LMS hat dann mit einem anderen Team im Haus (Anmerkung des HWC: Frau Quadduos meint damit die ausländerrechtliche Beratung und Clearingstelle) gesprochen, damit dieses Team für mich bei der Ausländerbehörde prüfen konnte, ob ich eine allgemeine Arbeitserlaubnis bekommen könnte, die ich vorher nicht hatte.
Damit war es mir dann möglich zu arbeiten: Seit Oktober 2025 bin ich dank der Hilfe des Hamburg Welcome Centers und im Rahmen des FHH-Job-Turbo* als Unterstützungskraft im Bereich Service & Catering bei der Stadt Hamburg tätig. Ich bin sehr glücklich.
Was das HWC für mich bedeutet
*Mit dem FHH-Job-Turbo bietet die Stadt Hamburg geeigneten Personen mit Fluchthintergrund die Möglichkeit, für sechs bis maximal zwölf Monate in der öffentlichen Verwaltung oder in einem Landesbetrieb zu arbeiten. Auf diese Weise können sie ihre Deutschkenntnisse verbessern, Arbeitserfahrung in Deutschland sammeln und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Gleichzeitig kann dies ein Weg für die FHH sein, auch dauerhaft neue Fachkräfte zu gewinnen.