Erfolgsgeschichten aus dem HWC

Angekommen. Weitergekommen. Erfolgsgeschichten aus dem Hamburg Welcome Center.
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Erfolgsgeschichte von Aleyda Solórzano

Aleyda Solorzano
© Hamburg Welcome Center

Ich komme aus Nicaragua und bin 42 Jahre alt. In meiner Heimat habe ich Ingenieurswissenschaften studiert und viele Jahre als Systeminformatikerin gearbeitet. Seit 2021 lebe ich mit meiner Tochter in Hamburg und arbeite heute als Unterstützungskraft im öffentlichen Dienst bei der Freien und Hansestadt Hamburg.

 

Mein Start in Hamburg 

Ich bin als Schutzsuchende nach Deutschland gekommen, um Sicherheit und eine neue Perspektive für meine Familie zu finden. Aber mein Start in Hamburg war nicht einfach. Ein neues Land, eine neue Sprache und viele organisatorische Herausforderungen gehörten dann zu meinem Alltag. Auch das Wetter war eine Umstellung: Ich bin im November angekommen und habe zum ersten Mal Schnee gesehen – in Nicaragua ist immer Sommer. 

Besonders als Mutter war es nicht leicht, alles gleichzeitig zu bewältigen und meiner Tochter Stabilität zu geben. In der ersten Zeit hat meine Tochter jeden Tag geweint, weil sie die Lehrer und die anderen Kinder nicht verstanden hat – heute korrigiert sie mein Deutsch.

Auch für mich selbst war die Anfangszeit belastend. Ich kannte niemanden, konnte mich nicht verständigen und nicht einmal einfache Fragen im Supermarkt stellen. Trotzdem hatte ich von Anfang an den Wunsch, Deutsch zu lernen, mich zu integrieren und mein Leben hier selbstständig aufzubauen. 

Ich habe immer gesagt: „In meiner Zukunft scheint die Sonne.“ Und so ist es heute: Ich habe einen Job, neue Freunde und meine Tochter ist sehr glücklich hier. Unser Leben ist jetzt stabil und mir geht es gut. 

 

Mein persönlicher Tipp für alle, die neu anfangen 

Alle, die nach Deutschland kommen, sollten Geduld mit sich selbst haben und nicht aufgeben. Der Anfang ist oft schwierig und man sieht nur den langen Weg bis zum Ziel – aber jeder noch so kleine Schritt bringt einen weiter. Auch wenn es nicht immer leicht ist, kann man mit Ausdauer, Motivation und Unterstützung viel erreichen. 

Es ist gut, aktiv zu sein, Hilfe anzunehmen und die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen. Gleichzeitig sollte man an sich glauben und Vertrauen haben, dass sich der Einsatz lohnt. 

Die deutsche Sprache zu lernen ist auch sehr wichtig, ohne sie kommt man in Deutschland nur schwer weiter. Dabei sollte man sich nicht mit anderen vergleichen – manche lernen schneller, andere brauchen mehr Zeit. Ich mache immer noch Fehler und stelle viele Fragen, aber ich kann inzwischen im Arbeitsalltag Deutsch sprechen und das ist für mich unglaublich.  

 

Mein Weg in den Job: Wie mir das Hamburg Welcome Center geholfen hat 

Nach meinem Integrationskurs habe ich mich an das HWC gewandt. Dort wurde ich zuerst durch die Agentur für Arbeit betreut und man hat mir einen B2-Berufssprachkurs organisiert, den ich erfolgreich beendet habe.

Die Zentrale Anlaufstelle Anerkennung (ZAA) unterstützte mich dabei, eine Zeugnisbewertung für meinen Bachelorabschluss zu beantragen und die Anerkennung als Ingenieurin zu erhalten.

Außerdem hat mir der Labour Market Service bei der Jobsuche geholfen: Ich habe regelmäßig passende Jobangebote erhalten und wurde bei meinen Bewerbungen unterstützt. Dadurch bekam ich meine erste Einladung zu einem Vorstellungsgespräch bei der Sozialbehörde im Rahmen des „FHH-Job-Turbo“*. Kurz danach habe ich die Zusage bekommen und war sehr glücklich.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber noch keinen Aufenthaltstitel und durfte daher noch nicht arbeiten. Auch hier konnte mir das HWC weiterhelfen: Die Ausländerrechtliche Beratung nahm sofort Kontakt mit der Recruiting-Abteilung der Sozialbehörde sowie meiner zuständigen Ausländerbehörde auf. Schließlich bekam ich schnell meine Beschäftigungserlaubnis und konnte meinen Arbeitsvertrag rechtzeitig vor dem ersten Arbeitstag unterschreiben.

Mein nächstes Ziel ist es, eine Wohnung für mich und meine Tochter zu finden. Vom Newcomers Service habe ich dazu allgemeine Informationen rund um das Thema Wohnen in Hamburg erhalten.

Heute arbeite ich als Unterstützungskraft im öffentlichen Dienst und das HWC hat mir auf meinem Weg sehr geholfen. Ich habe mich dort verstanden und unterstützt gefühlt, was mir Sicherheit gegeben hat. Alle Mitarbeitenden waren geduldig und freundlich und ich glaube, viele haben mehr an mich geglaubt als ich an mich selbst. Dafür bin ich dankbar.

Jetzt habe ich eine stabile Situation für mich und meine Tochter und ich bin stolz darauf, dass ich nicht aufgegeben habe und meinen Weg gefunden habe.

 

Was das HWC für mich bedeutet

Aleyda Solorzano
© Hamburg Welcome Center via Canva

*Mit dem FHH-Job-Turbo bietet die Stadt Hamburg geeigneten Personen mit Fluchthintergrund die Möglichkeit, für sechs bis maximal zwölf Monate in der öffentlichen Verwaltung oder in einem Landesbetrieb zu arbeiten. Auf diese Weise können sie ihre Deutschkenntnisse verbessern, Arbeitserfahrung in Deutschland sammeln und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Gleichzeitig kann dies ein Weg für die FHH sein, auch dauerhaft neue Fachkräfte zu gewinnen.

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