Bezirk Hamburg-Mitte

Gesundheit & Versicherung Krankenversicherung in Deutschland

Krankenversicherung - ein Thema, das jeden Neuankömmling in Deutschland betrifft, spätestens wenn ein längerer Aufenthalt geplant ist. Wir informieren Sie, wer eine Krankenversicherung benötigt und was dabei zu beachten ist

Krankenversicherung in Deutschland

Seit 2009 ist jede Person, die einen festen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland hat, kranken­versicherungs­pflichtig. Für kurzfristige Aufenthalte wird mindestens eine Reisekrankenversicherung benötigt, andernfalls kann in der Regel kein Visum für Deutschland erteilt werden. Für längerfristige Aufenthalte ist ein ausreichender Krankenversicherungsschutz grundsätzlich zwingende Voraussetzung für die Erteilung eines Aufenthaltstitels.

Wie ist die Krankenversicherung organisiert?

Die Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine medizinische Behandlung im Krankheitsfall sowie viele Kosten der Gesundheitsvorsorge und Rehabilitationsmaßnahmen. Das deutsche Krankenversicherungssystem unterteilt sich in gesetzliche und in private Krankenversicherungen.

  • Gesetzliche Krankenversicherungspflicht für Arbeitnehmer

Arbeitnehmer sind grundsätzlich in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 % vom Bruttogehalt. Der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte des Beitragssatzes, der Arbeitnehmer die andere Hälfte (7,3 % vom Bruttogehalt). Außerdem können Familienmitglieder (Ehegatten und Kinder) kostenfrei versichert werden (Familienversicherung). Nachdem Sie erstmals eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufgenommen haben, erhalten Sie eine Sozialversicherungsnummer.

Liste Gesetzliche Krankenkassen in Hamburg

  • Wahlmöglichkeit für Selbstständige oder Arbeitnehmer mit einem Einkommen über 59.400 Euro

Selbstständige oder Personen, deren jährliches Arbeitseinkommen höher ist als die Versicherungspflichtgrenze (Stand 2018: 59 400€), können selbst entscheiden, ob Sie sich gesetzlich oder privat versichern möchten.

Der Beitrag bei der privaten Krankenversicherung ist abhängig vom Alter beim Versicherungseintritt, dem  gewählten Tarif, möglichen Vorerkrankungen oder vertraglichen Zuzahlungen. Familienmitglieder können mitversichert werden, dafür werden jedoch zusätzliche Beiträge fällig. Es gibt auch einen Basis-Tarif, der den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht und höchstens 646,60€ in Monat (Stand 2018) kosten darf.

Liste Private Krankenkassen

Was muss ich als ausländischer Student beachten?

Alle ausländischen Studenten, die mit einem Fachstudium an einer deutschen Universität oder Hochschule beginnen, müssen krankenversichert sein. Ohne Nachweis der Krankenversicherung erfolgt keine Immatrikulation.

Kann ich meine Krankenversicherung aus dem Heimatland behalten?

  • EU-Bürger

Grundsätzlich genießen EU-Bürger ein Freizügigkeitsrecht. Wenn EU Bürger die so genannte Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) besitzen, sind sie zunächst über ihre bisherige Krankenversicherung abgesichert. Diese gewährleistet jedoch nicht den gesamten Leistungsumfang einer deutschen Krankenversicherung, sondern deckt nur Kurzaufenthalte und medizinische Notfälle ab.

Bei längerfristig angelegten Aufenthalten ist es von Ihrer jeweiligen Situation abhängig, ob für Sie weiterhin die Bestimmungen aus Ihrem Heimatland gelten und Sie Ansprüche auf Gesundheitsleistungen in Deutschland haben. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite der Europäischen Kommission. Dort finden Sie ebenfalls die Formulare zur Bescheinigung Ihrer sozialversicherungsrechtlichen Situation beim Umzug innerhalb der EU. Einen Anspruch auf Gesundheitsleistungen in Deutschland weisen Sie mit dem EU-Vordruck S 1 nach. Er wird von der Stelle im Heimatland ausgefüllt, bei der die Krankenversicherung besteht oder zuletzt bestanden hat. In Deutschland kann der Vordruck dann bei einer beliebigen Krankenkasse eingereicht werden.

  • Ausländer aus Drittstaaten (außerhalb der EU)

Deutschland hat mit zahlreichen Staaten sogenannte bilaterale Sozialversicherungsabkommen geschlossen. Abkommen, welche auch die Krankenversicherung umfassen, bestehen derzeit mit Bosnien und Herzegowina,  Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei und Tunesien (Stand: März 2018). Personen, die während ihres vorübergehenden Aufenthalts in Deutschland ärztlicher Behandlung bedürfen, müssen sich mit dem von ihrem ausländischen Krankenversicherungsträger ausgestellten Anspruchsnachweis zunächst an eine von ihnen gewählte Krankenkasse in Deutschland wenden.

Anspruchsnachweise sind die Bescheinigungen BH 6 (Bosnien und Herzegowina), D/RM 111 (Mazedonien), DE/MNE 111 (Montenegro), DE 111 SRB (Serbien), A/TN 11 (Tunesien) und A/T 11 (Türkei).

Informationen zum Leistungsumfang und zum Verfahren erhalten Sie bei den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland und Ihrem Versicherungsträger im Heimatland.

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